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Forschungsförderung

Asien

Zusammenarbeit mit dem asiatisch-pazifischen Raum

Im Folgenden sind die Länder Asiens aufgezeigt, mit denen Deutschland Bilaterale Abkommen abgeschlossen hat. Dabei wird zunächst der Politische Rahmen der Zusammenarbeit dargestellt und im weiteren Schwer- und Höhepunkte der Zusammenarbeit beschrieben. Dabei rücken die Themen "Bildung" sowie "Sozial- und Geisteswissenschaften" in den Fokus.

China

(Stand Dezember 2015)

China und Deutschland sind in Forschung und Bildung wichtige strategische Partner. Beide Länder haben ihre Kooperation in verschiedenen Bereichen in den letzten Jahrzehnten intensiviert, um ihre Innovationskraft zu steigern. Gemeinsame Themen sind u. a. Innovation, Urbanisierung, Lebenswissenschaften, Hochschulzusammenarbeit und Berufsbildung sowie Ressourcen- und Umweltschutz.

Politischer Rahmen

Grundlage der Forschungskooperation beider Länder ist ein Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit aus dem Jahr 1978. Auf regelmäßig stattfindenden Sitzungen, an denen Vertreter der Forschungsministerien beider Länder, der Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen sowie einzelne Wissenschaftler teilnehmen, werden Themen und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit diskutiert.
Die Bildungskooperation beider Länder wird durch bildungspolitische Strategiegespräche vorangetrieben, in denen es vor allem um die Themen Hochschulkooperationen, Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern und Berufsbildung geht. Gerade die Zahl der gemeinsamen Aktivitäten deutscher und chinesischer Hochschulen, aber auch die Qualität der Zusammenarbeit in Form von gemeinsamen Studiengängen, Doppelabschlüssen und Hochschulinstituten, stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Leuchtturmprojekt ist die Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften an der Tongji-Universität in Shanghai, an der auf deutscher Seite ein Konsortium von 26 Fachhochschulen beteiligt ist.
Seit 2011 führen Deutschland und China Regierungskonsultationen durch, um die Zusammenarbeit in zahlreichen Politikbereichen weiter zu entwickeln. Auf den bisher drei Regierungskonsultationen wurden zehn gemeinsame Erklärungen zu Bildungs- und Forschungsthemen unterzeichnet. Der gemeinsame Aktionsplan „Innovation gemeinsam gestalten!“, der im Oktober 2014 auf den letzten Regierungskonsultationen beschlossen worden ist, bekräftigt die strategische Partnerschaft beider Länder auch in den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verantworteten Themenfeldern.
Die politische Führung Chinas betrachtet Forschung und Innovation als Grundlage des wirtschaftlichen Wachstums. Das „National Medium- and Long-Term Program for Science and Technology Development“ aus dem Jahr 2006 stellt das Rahmendokument für die Forschungs- und Technologiepolitik Chinas bis zum Jahr 2020 dar. Konkret formulierte Ziele sind die Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2013: 2,02 Prozent), die Erhöhung des Beitrags von Forschung und Entwicklung am Wirtschaftswachstum auf 60 Prozent, die Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Technologien auf unter 30 Prozent und ein Ranking Chinas bei Patenten und wissenschaftlichen Zitationen unter den weltweiten Top 5.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die China-Strategie des Bundesforschungsministeriums bildet die Basis für die Zusammenarbeit mit China in Forschung, Wissenschaft und Bildung bis zum Jahr 2020. Ziel der Strategie ist es, den Erfolg und gegenseitigen Gewinn der Kooperationen in Forschung und Bildung sicherzustellen. Dazu analysiert die Strategie das bisher Erreichte und benennt Ziele sowie konkrete Maßnahmen für die weitere Zusammenarbeit.
Zur Förderung der Kooperation mit dem asiatisch-pazifischen Forschungsraum unterstützt das Internationale Büro die Verwaltung und Durchführung diverser Projekte in Asien, unter anderem auch in China.

Deutsch-Chinesische Innovations-Plattform

Im Sinne eines verstärkten Austauschs im Innovationsbereich wurde 2011 die Deutsch-Chinesische Plattform Innovation zur Zusammenarbeit in der Innovationsforschung initiiert. Seitdem haben drei große Innovationskonferenzen in Peking und Berlin stattgefunden, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und von Unternehmen beider Länder teilnahmen. Die Plattform behandelt neben Themen der wissenschaftlichen Innovationsforschung wie dem Vergleich von Innovationssystemen auch konkrete Anwendungsthemen von Forschung und Innovation.

China ist Partnerland beim Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt

Eines dieser Themen ist die nachhaltige Urbanisierung, die auch Thema des nationalen Wissenschaftsjahres 2015 zur Zukunftsstadt ist. China ist das erste Partnerland Deutschlands bei einem nationalen Wissenschaftsjahr. Im Mai 2015 wurde mit einer Konferenz zur nachhaltigen Urbanisierung in Shanghai der Startschuss für die gemeinsamen Aktivitäten des Wissenschaftsjahres gegeben. Das Internationale Büro unterstützt das BMBF bei seinen bilateralen Aktivitäten in diesen Bereichen.

Herausforderungen im Umweltbereich

China steht gerade im Umweltbereich vor großen Herausforderungen. Seit mehreren Jahren besteht deshalb eine intensive Zusammenarbeit in den Umwelttechnologien, allen voran hinsichtlich sauberen Wassers. Anlässlich der Weltgartenbau-Ausstellung 2014 in Qingdao wurde mit Unterstützung des BMBF und in Zusammenarbeit mit deutschen und chinesischen Hochschulen und Industriepartnern die weltweit erste dezentrale Ver- und Entsorgungsanlage SEMIZENTRAL eröffnet. Zudem beteiligen sich deutsche Wissenschaftler als einzige ausländische Partner an ausgewählten chinesischen Mega-Wasserprojekten, die die Sanierung von stark belasteten Seen und Flüssen in verschiedenen Regionen Chinas zum Ziel haben. Aufgrund seiner Länderexpertise steht das Internationale Büro dem zuständigen Fachreferat bei der Durchführung zur Seite.

Gemeinsame Meeres- und Polarforschung

Ein weiterer Meilenstein ist die Zusammenarbeit des BMBF mit der chinesischen State Oceanic Administration in der Meeres- und Polarforschung. Forschungsprojekte, die seit 2014 im Rahmen dieser Kooperation gefördert werden, wurden als erste in der ministeriellen deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Verfahren ausgewählt. Das Internationale Büro war bei der Entwicklung einer gemeinsamen Bekanntmachung mit der chinesischen State Oceanic Administration unterstützend eingebunden. Zudem führt das Internationale Büro im Auftrag des BMBF die fachliche und administrative Projektförderung von Projekten des Länderreferats durch.

Erfolgreiches Projekt im Bereich der Meereswissenschaften

Ermöglicht durch Förderung des BMBF und in Zusammenarbeit mit dem -Internationalen Büro wurden gemeinsame Ausbildungsaktivitäten – insbesondere ein interdisziplinäres, englischsprachiges Masterprogramm mit Doppelabschluss – von deutschen und chinesischen Universitäten im Fachbereich Meeresforschung geschaffen. Die langjährige Kooperation, gefördert von Juni 2006 bis September 2011 mit einem Fördervolumen von über 1 Millionen Euro, führte zur Eröffnung des „Zentrums für die Deutsch-Chinesische Kooperation in den Meereswissenschaften“, das an der OUC in Qingdao angesiedelt ist. Unter dem Dach des Zentrums wird die erfolgreiche bilaterale Zusammenarbeit gebündelt, um ihr dadurch weltweit eine höhere Sichtbarkeit zu verleihen. Weitere Aktivitäten des Zentrums liegen in der Vernetzung der meereswissenschaftlichen Forschung und der gemeinsamen Einwerbung von Drittmitteln. Durch die Förderung wurden nachhaltige Kooperationsstrukturen geschaffen, die bis heute bestehen.

Forschung und Bildung in China

Die chinesischen Partnerministerien des BMBF sind das Ministry of Science and Technology (MoST) und das Ministry of Education (MoE). Das MoST formuliert die Strategien und Vorgaben zur Umsetzung der nationalen Wissenschafts- und Technologiepolitik. Das MoE übt die Rahmenkompetenz für Struktur und Inhalt des Schul- und Hochschulwesens aus und ist somit für die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses verantwortlich.
Wichtige chinesische Forschungseinrichtungen sind die Chinese Academy of Sciences (Naturwissenschaften), die Chinese Academy of Social Sciences (Sozial- und Geisteswissenschaften) sowie die Chinese Academy of Engineering (Ingenieur- und Technikwissenschaften). Im Gegensatz zu den beiden zuvor genannten Akademien verfügt die Chinese Academy of Engineering nicht über eigene Forschungsinstitute, sondern agiert vornehmlich als Berater der Regierung bei der Erstellung von Programmen und Strategien für nationale Großvorhaben. Die National Natural Science Foundation verwaltet den Fonds zur Förderung der Naturwissenschaften und Grundlagenforschung. Der China Scholarship Council vergibt Stipendien an chinesische und ausländische Staatsbürger, die im Ausland bzw. in China studieren, promovieren oder in der Wissenschaft tätig sein möchten. Die NSFC gehört zu einer der wenigen Förderorganisationen, die Projektgelder auf einer Wettbewerbsbasis zuteilen. Die NSFC ist am ehesten mit der deutschen DFG vergleichbar. Entsprechend kooperieren NSFC und DFG auch schon seit vielen Jahren intensiv. Das Leuchtturmprojekt ist das im Jahr 2000 gegründete Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung.

Ansprechpartner

Laura Gruß
Heinrich-Konen-Str.1
53227 Bonn
+49 228 3821-2028
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Quellen

BMBF

Internationales Büro des BMBF

Kooperation International

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Global Info Point - China

Deutsch-Chinesisches Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009-2010

Deutsch-Chinesische Plattform Innovation

Dokumente zu China - Kooperation international

Ministerium für Wissenschaft und Technologie der Volksrepublik China

Bildungsministerium der Volksrepublik China

Chinesische Akademie der Wissenschaft (CAS)

Chinesisch-Deutsches Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ)

National Natural Science Foundation of China (NSFC)

Botschaft der Volksrepublik China in Berlin

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Peking

DAAD- China

China Strategie des BMBF

Indien

(Stand Dezember 2015)

Die deutsch-indische Kooperation in Wissenschaft und Forschung verzeichnete in den fast 60 Jahren ihres Bestehens eine kontinuierliche Steigerung der Intensität. Nach den USA ist Deutschland mittlerweile zweitwichtigster Partner Indiens in diesem Bereich. Das „Indo-German Science and Technology Center“ in Neu-Delhi ist das weltweit einzige bilaterale Zentrum Deutschlands dieser Art.

Politischer Rahmen

Der Ausbau der Zusammenarbeit mit forschungsdynamischen Ländern in Wachstumsmärkten ist ein Ziel der "Hightech-Strategie für Deutschland". Die Bundesregierung unterstützt dabei die Zusammenarbeit mit Ländern, die ihre Kompetenzen in Forschung und Entwicklung stark ausbauen und damit zu interessanten Partnern für den Hightech-Standort Deutschland werden.
Eine Stärkung der Zusammenarbeit mit Indien entspricht ebenfalls drei von vier Zielen der „Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung“, namentlich

  • die Forschungszusammenarbeit mit den weltweit Besten stärken,
  • Innovationspotenziale international erschließen,
  • international Verantwortung übernehmen und globale Herausforderungen bewältigen.

Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Indien ist eines der strategisch wichtigsten Zukunftsfelder der deutsch-indischen Beziehungen im Rahmen der strategischen Partnerschaft beider Länder. Die deutsch-indischen WTZ-Beziehungen beruhen auf dem Abkommen über die friedliche Nutzung der Kernenergie und des Weltraumes (1971), dem Abkommen über die Zusammenarbeit in wissenschaftlicher Forschung und technischer Entwicklung (1974) sowie einer großen Zahl von Einzelvereinbarungen zwischen deutschen und indischen Forschungseinrichtungen und Mittlerorganisationen.

Umfang und Zielrichtung der WTZ werden seit 1996 vom Deutsch-Indischen Komitee für Wissenschaft und Technologie festgelegt, das unter der Führung eines Staatssekretärs des BMBF und des Department of Science und Technology (DST) alle zwei Jahre tagt. Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung, Bildung und Wissenschaft nimmt bei den seit 2010 durchgeführten bilateralen Regierungskonsultationen eine wichtige Rolle ein. Zusätzlich gibt es hochrangige bilaterale Arbeitsgruppen für die Themen „Hochschulbildung“ und „Berufliche Bildung“.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit mit Indien umfasst drei komplementäre Bereiche:

  • Gemeinsame Forschungsprojekte in den Fachprogrammen des BMBF und im Rahmen von 2+2 Ausschreibungen des IGSTC.
  • "Projektbezogenen Mobilitätsförderung" des Internationalen Büros (IB) zur Durchführung kleinerer gemeinsamer Forschungsprojekte die erste Kontakte ermöglichen oder bestehende vertiefen und somit die Grundlage für die Planung größerer Forschungsvorhaben bilden. Workshops, Konferenzen oder Fachdelegationsreisen können ebenfalls im Rahmen dieser Bekanntmachungen gefördert werden.
  • Austausch von Studierenden und jungen Wissenschaftlern über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des Programms „A new Passage to India“, die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der den Humus für Projekte und langfristige Kooperationen bildet.

Thematisch liegen die Schwerpunkte momentan in der Biotechnologie, Gesundheitsforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Ingenieurwissenschaften und der zivilen Sicherheitsforschung.
Deutschland beteiligt sich gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedsstaaten an multilateralen Forschungsaktivitäten, unter anderem in dem ERA-Net „INNO INDIGO“.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Indo German Science and Technology Centre (IGSTC)

Das IGSTC wurde am 9. September 2008 in New Delhi offiziell eröffnet. Für die Förderung anwendungsorientierter Forschungsprojekte durch das Zentrum stellen BMBF und DST jeweils 2 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Grundlage der Projektförderung sind gemeinsame jährliche Förderbekanntmachungen mit wechselnden thematischen Schwerpunkten. Weiterhin soll das Zentrum als Plattform für die Entwicklung bilateraler Netzwerke dienen. Hierzu veranstaltet das Zentrum u.a. Workshops und Konferenzen.

A New Passage to India

Um den Austausch von Studenten und Studentinnen zwischen Deutschland und Indien zu intensiveren, hat der DAAD 2008 aus Fördermitteln des BMBF (rund 4 Millionen Euro pro Jahr) die länderspezifische Kampagne „A New Passage to India“ initiiert. Gefördert werden Studienaufenthalte deutscher Studierender, Graduierter und Promovierter an indischen Hochschulen, sowie die Möglichkeit nach dem Hochschulabschluss ein Jahr an einer indischen Institution zu arbeiten.
Ein weiterer Baustein des Programms ist das „Indo-German Center of Sustainability“ (IGCS) am IIT Madras. Offiziell wurde es am 6.12.2010 durch den Parlamentarischen Staatssekretär Rachel und Prof. Swaminathan (Mitglied des Oberhauses) eingeweiht. Inzwischen arbeiten und forschen zwei deutsche Arbeitsgruppenleiter als Gastprofessoren des IIT Madras am IGCS.

International Centre for Advanced Studies in the Humanities and the Social Sciences (ICAS)

Das Zentrum wird derzeit in Delhi etabliert und soll von einem deutsch-indischen Direktorenteam geleitet werden. Auf deutscher Seite sind die Max-Weber-Stiftung, sowie die Universitäten Göttingen, Würzburg und Erfurt beteiligt, auf indischer Seite mehrere Universitäten in Delhi. Das Zentrum wird zum Thema: „Metamorphosen des Politischen: vergleichende Perspektiven auf das lange 20 Jhd.“ ICAS wird ein Fellowship-Programm anbieten und soll insgesamt zur Internationalisierung der Sozial- und Geisteswissenschaften beitragen.

Indische Beteiligung an europäischen Großforschungsanlagen

Indien ist am Bau des neuen Beschleunigers für die Forschung mit Ionen- und Antiprotonenstrahlen „FAIR“ der GSI in Darmstadt sowie am Bau des internationalen Fusionsreaktors ITER in Frankreich beteiligt. Darüber hinaus investiert Indien aktiv in die Kooperation mit DESY.

Berufsbildung

Das BMBF kooperiert seit 2007 mit der indischen Regierung in der Berufsbildung; in jährlichen Treffen einer bilateralen Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene werden die gemeinsamen Aktivitäten beraten und gesteuert. Die Zusammenarbeit hat nach den Kongresswahlen im Jahr 2014 an Dynamik gewonnen und konzentriert sich derzeit auf den Aufbau von Unternehmensclustern zur Durchführung dualer – vorwiegend betrieblicher – Apprenticeships. Als „Rollenmodell“ hierfür gilt das BMBF-geförderte Projekt VETnet an der AHK in Pune, in dem seit 2013 Elemente dualer Berufsbildung erprobt werden. Hierbei werden sich starke Synergien mit dem von BMZ geplanten und von der GIZ umzusetzenden Berufsbildungsprojekt ergeben. Die BMBF-Initiative iMOVE unterstützt den Zugang deutscher Bildungsanbieter zum indischen Bildungsmarkt, bspw. durch die Ausschreibung von Weiterbildungsmaßnahmen für indische Master-Trainer in Deutschland. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) berät die indische Seite bei der Entwicklung innovativer Rahmencurricula. Darüber hinaus ist deutsche Unterstützung beim Aufbau eines „National Institutes for Higher Vocational Learning for Workers“ und bei der Etablierung von Weiterbildungseinrichtungen im Bereich „Energieeffizientes Bauen“ vorgesehen. Das bestehende Memorandum of Understanding soll im Zuge der Regierungskonsultationen im Oktober 2015 erneuert werden. Das Internationale Büro koordiniert und moderiert die verschiedenen Aktionslinien und hält den direkten Kontakt zu den indischen und deutschen Partnern im Auftrag des BMBF.

Fördermöglichkeiten

Das Internationale Büro (IB) veröffentlicht im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) regelmäßig drei unterschiedliche Arten von Förderbekanntmachungen zur Realisierung deutsch-indischer Forschungskooperationen:

  • 2+2 Förderbekanntmachungen im Rahmen des „Indo-German Science and Technology Center (IGSTC)“. Unter „2+2 Projekten“ werden Forschungs- und Entwicklungs- (FuE) Projekte mit Beteiligung mindestens einer deutschen und einer indischen Forschungseinrichtung und mindestens einem deutschen und einem indischen forschenden Industriepartner verstanden.
  • Förderbekanntmachungen im Rahmen des indisch-europäischen ERA-Netzes „INNO INDIGO“. Gefördert werden Projekte mit mindestens einem indischen und zwei europäischen Partnern aus an der Bekanntmachung teilnehmenden Ländern.
  • Förderbekanntmachungen zu projektbezogener Mobilität mit dem Indian Council of Medical Research (ICMR), dem Indian Department of Biotechnology (DBT) und dem Indian Council of Scientific and Industrial Research (CSIR).

Das IGSTC bietet ferner jährlich stattfindende Workshop-Calls in ausgewählten Themenbereichen an, die durch das IGSTC veröffentlicht werden. Außerdem gibt es vereinzelt Bekanntmachungen der Fachreferate des BMBF die Kooperationsmöglichkeiten mit Indien bieten.

Ansprechpartner

Hans Westphal
Fachlicher Ansprechpartner
Heinrich-Konen-Str.1
53227 Bonn
+49 228 3821-1473
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

Kooperation international

BMBF

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Indo German Science and Technology Centre (IGSTC)

A New Passage to India

Dokumente zu Indien - Kooperation international

Indische Botschaft Berlin

Deutsche Botschaft in Indien

DAAD Indien

Ministry of Human Resource Development India

Department of Science and Technology India

Indonesien

(Stand Dezember 2015)

Indonesien ist eines der Schwerpunktländer des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Asien. Die WTZ mit Indonesien besteht seit 35 Jahren und wurde nach der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 durch den gemeinsamen Aufbau eines Tsunami- Frühwarnsystems für den Indischen Ozean wesentlich intensiviert.

Politischer Rahmen

Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind gemäß dem WTZ-Abkommen von 1979 die Themenbereiche Meeresforschung, Energieforschung, Luft- und Raumfahrtforschung, Geowissenschaften, Sozial- und Geisteswissenschaften, Technologien, die als Grundlage für die industrielle Entwicklung dienen können, sowie die wissenschaftliche Information und Dokumentation.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Auf Grundlage des WTZ-Abkommens unterhält das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Kooperation mit Indonesien über ein interministerielles Komitee. Drei gemeinsame Lenkungsausschüsse koordinieren die Zusammenarbeit in den Themenfeldern Meeresforschung und Geowissenschaften sowie Geothermie und Biotechnologie.

Meeresforschung und Geowissenschaften

Eine Grundlage für die schnelle Reaktion auf die Tsunami-Katastrophe war die seit Längerem etablierte Kooperation im Rahmen eines gemeinsamen Lenkungsausschusses für Meeresforschung und Geowissenschaften ("EOR - Earth and Ocean Research"). Insbesondere die Erfahrungen durch bilaterale Projekte zum Fluss- und Küstenzonenmanagement oder der gemeinsamen Nutzung von Forschungsschiffen spielten hierbei eine wichtige Rolle.
Im Bereich Küstenschutz wird seit 2003 das Vorhaben "Science for the Protection of Indonesian Coastal Marine Ecosystems" (SPICE) vom Ausschuss betreut und im Rahmen eines Fachprogramms vom BMBF gefördert. Das Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen übernimmt für diesen Verbund übergeordnete Aktivitäten (Workshops, Summer Schools, Wissenschaftleraustausch etc.).

Geothermie

Von Oktober 2009 bis September 2014 wurde das WTZ-Vorhaben "Geothermie: Nachhaltigkeit der Nutzung geothermischer Lagerstätten in Indonesien - systemoptimale Pilotstandorte und Trainingsprogramm" vom BMBF mit ca. 5,5 Millionen Euro gefördert. Die wissenschaftliche Koordination auf deutscher Seite lag in den Händen des Helmholtz-Zentrums Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ).

Biotechnologie

2013 verabschiedete der Lenkungsausschuss Biotechnologie das White Paper „Biodiversity and Health – from biodiscovery to biomedical innovation 2013-2020“ als inhaltliche Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Gemeinsame Forschungsziele sind dabei die Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen von der Identifizierung der relevanten Substanzen über die Extraktion und Isolierung bis hin zur Produktion einschließlich klinischer Tests und der rechtlichen Zulassung. Im Jahr 2015 werden die ersten indonesisch-deutschen Konsortien ihre Arbeit aufnehmen.

Nationales Innovationssystem

Indonesien bemüht sich, das nationale Innovationssystem an internationale Standards heranzuführen. Dies soll vor allem durch eine stärkere Verknüpfung von Forschung und wirtschaftlicher Anwendung sowie die Förderung von KMU geschehen. Basis der Zusammenarbeit waren dabei die vom BMBF finanzierte "PERISKOP"-Studie der Fraunhofer-Gesellschaft sowie die vom indonesischen Ministerium für Forschung und Technologie (RISTEK) hieraus abgeleiteten Maßnahmen zur Förderung des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft des Landes durch die neu gegründeten Business Technology Centres (BTCs).

Aufbau von Forschungspräsenzen

Im Rahmen der APRA (Asian-Pacific Research Area)-Maßnahme „Aufbau von Forschungspräsenzen in Südostasien“ baut die Universität Paderborn und das Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig zusammen mit der Gadja Mada University in Yogyakarta und einem indonesischen Unternehmen ein gemeinsames Labor zur Nutzung biogener Nebenprodukte aus Palmöl auf. Die Leibniz-Universität Hannover und die United Nations University in Bonn entwickeln zusammen mit der indonesischen Forschungseinrichtung LIPI ein Twin-Institut als Ausbildungs- und Expertennetzwerk zur verbesserten Risikovorsorge bei Naturgewalten und den Auswirkungen des Klimawandels. Beide Vorhaben haben im Juli 2013 begonnen und haben eine Laufzeit von maximal vier Jahren.

LIPI (Indonesian Institute of Sciences)

Das Lembaga Ilmu Pengetahuan Indonesia (LIPI) koordiniert und verwaltet zahlreiche Forschungseinrichtungen, die mit FuE in Bereichen von nationaler Priorität befasst sind. Dazu gehört die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung - vor allem in den Bereichen Geo- und Biowissenschaften und den Ingenieurwissenschaften sowie die Sozial- und Geisteswissenschaften. Darüber hinaus werden Dienstleistungen in den Bereichen Politikberatung, Standardisierung, Qualitätssicherung, Kalibrierung und Dokumentation übernommen.

Ansprechpartner

Dr. Ludwig Kammesheidt
Fachlicher Ansprechpartner
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1729
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Internationales Büro des BMBF

Kooperation international

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Dokumente zu Indonesien - Kooperation international

Ministerium für Forschung und Technologie (RISTEK)

Ministerium für Nationale Bildung (Kemdiknas)

EU-Delegation für Indonesien und Brunei Darussalam

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Goethe-Institut Jakarta

Botschaft der Republik Indonesien in Berlin

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Jakarta

SEA-EU-NET

Indonesian Institute of Sciences

Japan

(Stand Dezember 2015)

Seit Jahren liegt Japan hinsichtlich der Summe der Aufwendungen im FuE-Bereich international mit an vorderster Stelle. Basierend auf dem WTZ-Abkommen aus dem Jahre 1974 zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem japanischen Partnerministerium, dem MEXT, forschen Japaner und Deutsche in verschiedenen Bereichen gemeinsam, Themenschwerpunkte sind dabei die Meeresforschung und -technologie, die Lebenswissenschaften und die Umwelt.

Politischer Rahmen

Grundlage der bilateralen Kooperation im Forschungsbereich zwischen Japan und Deutschland ist ein Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet vom 8. Oktober 1974 (BGBl. 1974 II 1326). Erklärte Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind gemäß des WTZ-Abkommens die Themenbereiche:

  • Meeresforschung und -technologie,
  • Lebenswissenschaften (biologische und medizinische Forschung und Technologie),
  • Umwelt (Erforschung und Entwicklung neuer Umweltschutz-Technologien).

Das BMBF kooperiert mit dem Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) mit dem amtierenden Minister Hiroshi HASE und den neuen Staatsministern für Science & Technology Policy, Hiroyuki YOSHIIE und Tsutomu TOMIOKA. Dem MEXT ist die Förderorganisation Japan Science and Technology Agency (JST) untergeordnet, die für die meisten wissenschaftlich-technologischen Bereiche und die praktische Kooperation zuständig ist.

In regelmäßigen Abständen finden WTZ-Kommissionssitzungen unter Teilnahme von Vertretern beider Ministerien sowie von Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen statt. Die 22. Sitzung der deutsch-japanischen Kommission fand am 12. März 2013 in Tokyo statt. Die nächste Sitzung ist für das Frühjahr 2016 in Deutschland geplant.
Auf Basis des WTZ-Abkommens kooperieren nicht nur die Ministerien beider Nationen miteinander. Auch die deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen sind sehr aktiv in der Zusammenarbeit mit Japan.

Die Fraunhofer-Gesellschaft unterhält seit 2001 ein Fraunhofer Representative Office Japan, um den Aufbau von strategischen Partnerschaften mit exzellenten Forschungseinrichtungen und die Förderung des Wissenschaftleraustauschs vor Ort zu unterstützen.

Seit April 2009 ist die DFG als Mittlerorganisation mit einem Büro in Tokyo vertreten und arbeitet eng mit der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und der Japan Science and Technology Agency (JST) zusammen.
Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sieht ein großes Kooperationspotenzial mit japanischen Forschungseinrichtungen und unterhält seit Ende Februar 2013 ein Büro in Tokyo.

Anfang des Jahres 2014 hat das Max Planck – The University of Tokyo Center for Integrative Inflammology seine Arbeit aufgenommen. Das zunächst auf fünf Jahre angelegte Zentrum für Integrative Entzündungsforschung ist auf dem Campus der Universität Tokyo angesiedelt. So profitieren die beteiligten Wissenschaftler zur Nähe des Universitätsklinikums, mit dem das Zentrum eng kooperieren wird.

Auf multilateraler Ebene findet seit 2004 jährlich das Science and Technology in Society Forum in Kyoto statt. Das Forum, an dem führende Wissenschaftler, hochrangige politische Entscheidungsträger und Industrievertreter teilnehmen, ermöglicht einen Rahmen für offene Diskussionen zum Fortschritt der Wissenschaft und Technologie im Hinblick auf globale Herausforderungen. Im Oktober 2014 nahm der Parlamentarische Staatssekretär Rachel am 11. STS Forum teil.

Schwerpunkte der Kooperation

Junior Experts Exchange Program

Im Rahmen des Junior Experts Exchange Program werden seit 1998 jedes Jahr vier bis acht junge deutsche bzw. japanische Naturwissenschaftler aus Forschungsinstituten und Forschungsabteilungen von Unternehmen zu einer zehntägigen Studientour nach Japan bzw. Deutschland eingeladen.
Finanziert wurde das Programm in Deutschland bis 2011 mit Mitteln des BMBF und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), seit 2012 ausschließlich mit Mitteln des BMBF. Von japanischer Seite wird das Programm mit Mitteln des japanischen Außenministeriums (MOFA) finanziert.
Das Programm zielt darauf ab, Kontakte zwischen Forschern beider Länder herzustellen und die Bildung von Netzwerken zwischen deutschen und japanischen Kompetenzzentren zu unterstützen. Herausragenden Nachwuchswissenschaftlern soll eine Gelegenheit für interdisziplinären Austausch geboten werden, um so den japanisch-deutschen Wissenschaftsdialog zu intensivieren. Jedes Jahr wird für das Austauschprogramm ein neues wissenschaftliches Thema festgelegt.

Gottfried-Wagener-Preis (German Innovation Award)

2008 von der AHK initiiert, wird der German Innovation Award seit 2010 jährlich von zwölf technologieorientierten deutschen Unternehmen und der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) unter der Schirmherrschaft der deutschen Forschungsministerin an japanische Nachwuchswissenschaftler verliehen. Durch den Preis sollen langfristig Netzwerke und Partnerschaften mit japanischen Forschungsinstituten und Hochschulen gefördert werden. Die deutschen Unternehmen versprechen sich davon einen intensiveren Austausch mit der japanischen Wissenschaft und eine verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung. Junge Natur- und Ingenieurswissenschaftler werden für herausragende Leistungen in der anwendungsorientierten Forschung ausgezeichnet.
Prämiert werden anwendungsorientierte innovative Ideen und Forschungsprojekte junger japanischer Natur- und Ingenieurwissenschaftler in den Bereichen Umweltschutz, Energie, Sicherheit, Gesundheit, Automobil, Materialien und Produktionstechnologien. Die Bewerbungen werden von technischen Experten der beteiligten Unternehmen und einer hochrangigen Jury japanischer Wissenschaftler evaluiert.

Ansprechpartner

Dr. Sabine Puch
Fachliche Ansprechpartnerin
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1423
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

Kooperation International

BMBF

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Dokumente zu Japan - Kooperation international

Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT)

Japan Science and Technology Agency (JST)

Japan Society for the Promotion of Science (JSPS)

JSPS Bonn Office

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin

Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) - Tokyo

Japanische Botschaft in Berlin

Deutsche Botschaft in Tokyo

DAAD Japan

National Institute for Educational Policy Research

Republik Korea (Südkorea)

(Stand Dezember 2015)

Südkorea hat in den letzten 60 Jahren eine rasante Entwicklung vom Agrar- zum Industriestaat durchgemacht und ist durch seine Investitionen in Forschung und Entwicklung mittlerweile eines der führenden Länder in der OECD. Dieser Fortschritt führt zu einer immer vielseitigeren Kooperationslandschaft zwischen deutschen und koreanischen Forschungseinrichtungen.

Allgemeine Entwicklung

Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas in den vergangenen Jahrzehnten ging eine rasche Entwicklung der koreanischen FuE-Landschaft einher. Durch kontinuierlich steigende Investitionen (Anteil der Bruttoinlandsaufwendungen für Forschung und Entwicklung von über 4 %) ist Südkorea inzwischen im OECD-Vergleich an der Spitze der forschungsstarken Länder angelangt und setzt den Ausbau seiner FuE-Landschaft weiter fort. Die Attraktivität koreanischer Forschungseinrichtungen als Kooperationspartner für deutsche Forscher hat durch die stetige Weiterentwicklung stark zugenommen.

Forschung und Entwicklung (FuE) war in Südkorea in der Vergangenheit vor allem anwendungsorientiert und hat in Bereichen wie z.B. der Informations- und Kommunikationstechnologie eine hohe Leistungsfähigkeit erreicht. Die Internationalisierung der koreanischen FuE-Landschaft nimmt einen hohen Stellenwert in der koreanischen Innovationspolitik ein, da diese als notwendige Voraussetzung für den Anschluss an die internationale Spitzenforschung gesehen wird. Neben dem Ausbau bestehender bilateraler Kooperationen mit strategisch wichtigen Partnern gehörte auch die verstärkte Beteiligung an multilateralen Institutionen und Forschungsvorhaben dazu.

Ein vergleichsweise neuer Schwerpunkt ist die Grundlagenforschung. Die Forschungszentren des 2012 gegründeten „Institute of Basic Science“ sollen nach dem Vorbild der Max-Planck-Gesellschaft und dem japanischen Forschungsinstitut RIKEN Arbeitsstätte von Spitzenforschern aus aller Welt werden und einen Beitrag zur Entwicklung Südkoreas von einem „Fast Follower“ zu einem „First Mover“ leisten.

Industrielle Forschung und Entwicklung in Südkorea ist nach wie vor durch die „Chaebol“, große Industriekonglomerate wie Samsung und LG, geprägt. Die vergleichsweise geringe Anzahl von für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen innovativen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sieht Südkorea seit einigen Jahren als Schwäche, der mit Nachdruck entgegen gearbeitet werden soll. Das deutsche Innovationssystem wird in Südkorea dabei oft als Vorbild genannt.

Die besondere Stellung Deutschlands für die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern zeigt sich u.a. darin, dass das Korean Institute of Science and Technology (KIST) mit der Niederlassung KIST-Europe seit 1996 ein eigenes Forschungsinstitut nach deutschem Recht in Deutschland betreibt. Südkoreaner stellen zudem relativ zur Bevölkerung die größte Gruppe asiatischer Studierender in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr waren es weit über 5.000 Studienanfänger und postgraduierte Nachwuchswissenschaftler aus Korea, die an deutschen Universitäten lernten und forschten.

Politischer Rahmen

Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit ist das Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Korea über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit vom 11. April 1986 (BGBI 1986 II 928). Nachfolgend wurden zahlreiche Einzelvereinbarungen zwischen Hochschulen sowie Forschungs- und Forschungsförderinstitutionen beider Länder geschlossen.

Seit Dezember 2007 wird die bilaterale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung auf Regierungsebene vom "Korean-German Cooperation Committee on Science & Industrial Technology" (KGCCSIT) koordiniert. Dieser Ausschuss ist aus den erfolgreichen Aktivitäten zweier von Forschungsorganisationen geleiteter Komitees hervorgegangen und soll die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Er wird unter Beteiligung zahlreicher Forschungs- und Mittlerorganisationen auf deutscher Seite vom BMBF geleitet. Auf koreanischer Seite liegt die Leitung alternierend beim Ministerium für Wissenschaft, IKT und Zukunftsplanung (MSIP) bzw. beim Ministerium für Handel, Industrie (MOTIE) und Energie. Mittlerweile können wir auf vier erfolgreiche bilaterale KGCCSIT-Sitzungen zurückblicken.

Förderung der Zusammenarbeit mit dem Partnerland

Die bilaterale FuE-Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südkorea ruht auf vielen Schultern. Neben Kooperationen von Instituten der deutschen Forschungsorganisationen (derzeit jeweils ca. 30 Kooperationen von Fraunhofer- und Max-Planck-Instituten) und einzelner Hochschulen bestehen Kooperationsprojekte, die durch Mobilitäts- und Projektförderung im Rahmen von regelmäßigen BMBF-Förderbekanntmachungen unterstützt werden.

Mobilitätsprogramm

Zur Intensivierung der Kooperation in Forschung und Technologie mit Südkorea werden vom BMBF über das Internationale Büro beim Projektträger DLR Mobilitätsmaßnahmen gefördert. Das bilaterale Mobilitätsprogramm mit Korea (German-Korean Mobility Support Program) läuft seit 2007. Auf koreanischer Seite wird das Programm von der National Research Foundation of Korea (NRF) administriert, die dem Ministry of Science, ICT and Future Planning (MSIP), untersteht. Die Bekanntmachungen orientieren sich an den strategischen Schwerpunkten der jeweiligen nationalen Förderprogramme sowie potentiellen Synergien zwischen diesen Schwerpunkten.

Strukturelle Hochschulpartnerschaften

Auf die Verstetigung durch Mobilitätsmaßnahmen entstandenen Kooperationen richtet sich die Fördermaßnahme „Projekte des BMBF-Förderprogramms zur Etablierung gemeinsamer Forschungsstrukturen deutscher Hochschulen mit Partnern im APRA“. Sie geht auf eine überregionale, deutsche Bekanntmachung für den asiatisch-pazifischen Forschungsraum zurück. Aufgrund des großen Interesses in Südkorea konnte sie als erste bilateral geförderte Bekanntmachung dieser Art weitergeführt werden. Sie zielt auf den Aufbau langfristiger und nachhaltiger Forschungsstrukturen wie die Errichtung eines gemeinsamen Labors, einer gemeinsamen Forschungsgruppe, Forschungsstationen, Versuchsanlagen o. ä. und stellt eine Weiterentwicklung der Mobilitätsförderung dar. Seit Januar 2013 werden drei deutsch-koreanische Hochschulkooperationen jeweils mit bis zu 100.000 Euro pro Projekt und Jahr von deutscher Seite gefördert.

Zweigcampus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Busan

Im Bereich der Hochschulbildung betreibt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg seit 2010 eine Außenstelle in Busan, Südkorea, an der ein Studiengang Master of Science in Chemie- und Bioingenieurwesen nach deutschem Hochschulrecht angeboten wird. Am Campus in Busan können exzellente koreanische Bachelorabsolventen ein Ingenieurstudium absolvieren und mit einem Abschluss der FAU in den internationalen Arbeitsmarkt eintreten.

Schwerpunkthemen der Kooperation

Die bilaterale FuE-Kooperation deckt ein sehr breites thematisches Spektrum ab, wobei die Schwerpunkte in den vergangenen Jahren in den Bereichen

  • Lebenswissenschaften,
  • Informations- und Kommunikationstechnologie,
  • Nanotechnologie,
  • Materialforschung,
  • Umweltforschung,
  • physikalische und chemische Technologie sowie
  • Meeres- und Polarforschung lagen.

Beteiligung an EU-Bildungs- und Forschungsprogrammen (mit deutschen Partnern)

Neben der bilateralen Kooperation findet FuE-Zusammenarbeit auch im Rahmen von europäischen Kooperationsprojekten statt. Seit Oktober 2013 läuft das Europäisch-Koreanische Projekt KONNECT, das als forschungspolitisches Koordinationsprojekt die Stärkung der Zusammenarbeit auf den Gebieten Wissenschaft, Technologie und Innovation zum Ziel hat. Dazu sind verschiedene Arbeitspakete definiert, die z. B. Analysen und Studien, Informationsveranstaltungen, Unterstützung des bilateral koreanisch-europäischen politischen Dialogs und die Durchführung gemeinsamer Förderbekanntmachungen beinhalten.

European Interest Group (EIG) for Korea

Die European Interest Group (EIG) for Korea ist ein Forum, welches die Zusammenarbeit von Ländern der EU mit Korea auch nach dem Auslaufen des aktuellen EU-Projektes KONNECT und vorher KORANET zum Ziel hat. Dabei soll auf den Kontakten und Erfahrungen der ausgelaufenen EU-Projekte aufgebaut werden.
Die EIG ist ein offenes Forum, welchem weitere Länder der EU wie auch weitere Forschungseinrichtungen der EU und Korea beitreten können. Die Hauptziele der EIG sind:

  • Austausch zu aktuellen Kooperationen: Information, Koordinierung, Networking
  • Entwicklung neuer Förderinstrumente
  • gemeinsame Bekanntmachungen
  • für kleinere EU-Länder Möglichkeiten zur Beteiligung und Kontakte mit Korea, ohne ein eigenes bilaterales Regierungsabkommen zu haben
  • Zugang für Korea zu kleineren Ländern der EU
  • Einbindung von Industrie

Gemeinsame Aktivitäten können dabei vielfältig aussehen:

  • Gemeinsame Förderbekanntmachungen
  • Matchmaking-Events
  • Workshops
  • Informationstage, etwa zu Fördermöglichkeiten oder zum Europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020.

Anders als die EU-Projekte KORANTE und KONNECT erhält die EIG keine Fördermittel der EU. Dafür muss sie aber auch keine Vorgaben der Kommission einhalten.
Das letzte Treffen der EIG hat am 25. März 2015 in Brüssel stattgefunden. Das nächste Treffen ist für 2016 geplant und wird vom Internationalen Büro ausgerichtet. Demnächst soll es eine eigene Website für die EIGs mit Korea und Japan geben.

ADeKo - Das Alumninetzwerk Deutschland-Korea

ADeKo e. V., der im Mai 2008 gegründete Gesamtverband koreanischer Deutschland-Alumni, ist eines der großen Deutschland-Alumni-Netzwerke. Es wurde vom BMBF anschubfinanziert. ADeKo bündelt unter seinem Dach ungefähr 50 koreanische Deutschland-Alumni-Vereine sowie zahlreiche Einzelmitglieder und ist ein eingetragener Verein in Südkorea. Unter dem ADeKo-Dach sind inzwischen knapp 7.000 Mitglieder vereint, worunter auch viele hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft in Südkorea. Die Mitglieder von ADeKo verfolgen mit großem Engagement die Stärkung der deutsch-koreanischen Beziehungen auf wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene und pflegen auch den kulturellen Austausch.

Die Vereinsarbeit wird von einem Senior- und einem Juniorvorstand zusammen mit dem ADeKo-Büro im DAAD-Informationszentrum in Seoul getragen. Zu den Vorstandsmitgliedern von ADeKo zählen Vertreter der koreanischen Wissenschaftslandschaft, die Präsidentin des DAAD und von Amts wegen der deutsche Botschafter in Südkorea und der koreanische Botschafter in Deutschland. Fach- und sachspezifische Ausschüsse unterstützen den Vorstand bei seiner Arbeit.

ADeKo organisiert regelmäßig in verschiedenen Formaten Veranstaltungen von und für Alumni. Zu den wichtigsten Aktivitäten von ADeKo zählt die Organisation von seit 2009 stattfindenden jährlichen Fachtagungen mit wechselnden thematischen Schwerpunkten, die als Forum für den Austausch deutscher und koreanischer Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik dienen. Im Oktober 2014 wurde diese Konferenz als „Joint Korean-German Conference on Future and Technology“ von mehreren koreanischen und deutschen Partnern ausgerichtet. Verschiedene Sessions boten den rund 600 Teilnehmern die Gelegenheit, u.a. aktuelle Schwerpunkte der Forschung in Südkorea sowie Entwicklungen und Zukunftsperspektiven für die deutsch-koreanische Kooperation zu diskutieren. Diese jährliche Veranstaltung bringt nicht nur wichtige Akteure in der deutsch-koreanischen Kooperation zusammen, sondern trägt auch dazu bei, Deutschland als attraktiven Forschungsstandort und Forschungspartner in Südkorea zu präsentieren.

Fördermöglichkeiten für Südkorea

1. Mobilitätsmaßnahmen

Im Auftrag des BMBF fördert das Internationale Büro bilaterale Mobilitätsprogramme mit der Republik Korea (Südkorea). Aussicht auf Förderung haben insbesondere Anträge, die neben Forschungseinrichtungen auch gewerbliche Partner einbeziehen und die eine Folgeförderung in einem BMBF-Fachprogramm oder im europäischen Rahmen anstreben. Die nächste Bekanntmachung ist für das Frühjahr 2016 geplant.

2. Strukturelle Hochschulpartnerschaften

Seit 2009 fördert das BMBF mit bisher vier Bekanntmachungen strukturelle Partnerschaften deutscher Hochschulen zur Etablierung gemeinsamer Forschungsstrukturen in Asien (APRA-Bekanntmachung: Asian-Pacific Research Area) mit ca. 2 Mio. Euro pro Jahr. Inzwischen konnten mit diesem Programm mehr als 20 gemeinsame Forschungsplattformen mit Spitzeninstituten in ganz Asien aufgebaut werden. Seit Anfang 2013 werden 3 Vorhaben bilateral mit der Republik Korea gefördert. Im Januar 2012 wurde dazu die erste bilaterale Bekanntmachung zur Unterstützung deutscher Hochschulen zum Aufbau einer strukturellen Kooperation mit Hochschulen in Korea veröffentlicht. Diese bilaterale Fördermaßnahme baute auf der bestehenden unilateralen APRA-Bekanntmachung auf.

Ansprechpartner

Antje Ballentin-Schniering
Fachliche Ansprechpartnerin
Heinrich-Konen-Str.1
53227 Bonn
+49 228 3821-2032
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro dses BMBF

Kooperation International

BMBF

Links

KONNECT (Website)

Länderbericht Korea

Ministry of Science, ICT and Future Planning (MSIP)

Ministry of Trade, Industry and Energy (MOTIE)

Ministry of Education Korea

DAAD Korea

National Research Foundation of Korea (NRF)

Korea Institute for the Advancement of Technology (KIAT)

Korean Institute of Science and Technology (KIST)

ADeKo

AHK - Korean-German Chamber of Commerce and Industry

Koreanische Botschaft in Berlin

Deutsche Botschaft in Seoul

Russische Föderation

(Stand Dezember 2015)

Die Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Technologie ist eine wesentliche Säule der deutsch-russischen Beziehungen. Im April 2005 hatten beide Länder mit der "Gemeinsamen Erklärung über die deutsch-russische Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation" den politischen Willen bekräftigt, die Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum von Forschungsgebieten auszubauen. Am 16. Juli 2009 wurde das Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit von 1987 novelliert.

Politischer Rahmen

Die Ziele der Zusammenarbeit mit Russland, verankert im Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (WTZ), umfassen v.a. den Ausbau der Kooperationsbeziehungen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen, die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der innovationsorientierten angewandten Forschung zwischen deutschen und russischen Unternehmen, die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung, den Austausch junger Forschender sowie die Förderung gemeinsamer Forschungs- und Innovationsstrukturen.
Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MON) beabsichtigt derzeit eine Reform der pädagogischen Ausbildung in Russland. Die Studiendauer soll von 5-6 auf 4 Jahre reduziert werden. Theoretische Studienabschnitte sollen durch praktische Arbeit in der Schule ersetzt werden. Somit soll der Beruf des Lehrers für Abiturienten attraktiver und das Studium praxisorientierter werden. Die Reform wird von 2014 bis 2017 in zwei Etappen erfolgen. 2014-2015 starten Pilotprojekte an 17-25 Hochschulen mit neuen Programmen. 2016-2017 soll sich das Programm auf das ganze pädagogische System ausweiten.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Unter dem Motto "Partnerschaft der Ideen" brachte das Deutsch-Russische Jahr der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/12 die Vielfalt und Exzellenz deutsch-russischer Bildungs- und Forschungskooperationen in beiden Ländern zum Ausdruck. Darüber hinaus wurden bedeutende Impulse für gemeinsame, nachhaltige Initiativen geschaffen.
Auf dem EU-Russland-Gipfel im Dezember 2012 wurde durch Kommissionspräsident Barroso in Brüssel das EU-Russische Wissenschaftsjahr 2014 offiziell angekündigt. Das EU-Russia Year of Science war eine auf Wunsch und Betreiben der Kommission umgesetzte Initiative mit einem der wichtigsten EU-Partner Russland. Die Aktivitäten wurden über das EU-Projekt Bilat RUS Advanced unter der Federführung des DLR Projektträgers, Internationales Büro (Koordinator des Projektes) durchgeführt.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die Übereinstimmungen der Forschungsinteressen Deutschlands, die sich aus der Hightech-Strategie 2020 für Deutschland ableiten, und Russlands, festgelegt in den Föderalen Zielprogrammen 2014-2020, finden ihren Ausdruck in speziellen Fachvereinbarungen, die seit 1992 zu wichtigen Kooperationsschwerpunkten geschlossen wurden.

  • Entwicklung und Anwendung von beschleunigerbasierten Photonenquellen
  • Optische Technologien
  • Meeres- und Polarforschung
  • Innovationsstrategien und Technologien für den nachhaltigen Umweltschutz und die rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen
  • Biologische Forschung und Biotechnologie

Vor dem Hintergrund der zwischen Deutschland und Russland bestehenden "Strategischen Partnerschaft" ist die Förderung deutsch-russischer Kooperationen im Bereich angewandter, industrienaher und innovativer Forschung und Entwicklung von besonderer Bedeutung. Zur gezielten Stärkung der deutsch-russischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet arbeitet der russische Fonds für die Unterstützung kleiner innovativer Unternehmen (FASIE) seit 2008 mit dem BMBF (Umsetzung durch das Internationale Büro) zusammen.

Im multilateralen Kontext ist die strategische Initiative ERA.Net RUS Plus „Further linking Russia to the ERA: Coordination of MS/AC S&T programmes towards and with Russia“ hervorzuheben, über die das BMBF im multilateralen Bereich die Forschungskooperation mit Russland unterstützt. Der DLR Projektträger koordiniert dieses EU-Projekt, das mit 30 Partnern das größte geographische ERA.Netz darstellt, und die gemeinsamen Förderbekanntmachungen. Zusammen mit den russischen und europäischen Förderorganisationen (unter anderem Ministerien wie zum Beispiel BMBF und MON) werden im Zeitraum 2014 - 2018 multilaterale Forschungs- und Innovationsprojekte in den Förderlinien „Innovation“ (themenübergreifend) und „Science&Technology“ ( Nanotechnologie, Umwelt/Klimawandel, Gesundheit sowie Sozial- und Geisteswissenschaften) unterstützt. Von den ursprünglich eingegangenen über 300 Anträgen konnten 2015 über 60 Projekte zur Förderung ausgewählt werden.

Ein weiteres EU-Projekt "Enhancing the bilateral S&T Partnership with the Russian Federation" (BILAT-RUS-Advanced), ebenfalls koordiniert vom DLR Projektträger, trägt zur nachhaltigen Verwirklichung des gemeinsamen Forschungs-, Bildungs- und Kulturraums zwischen Europa und Russland bei und strebt die Stärkung von Russlands Beteiligung an den Programmen der Europäischen Gemeinschaft an.
Im Rahmen des „Strategic Forum for International S&T Cooperation (SFIC)“ entstand 2014 eine Arbeitsgruppe zu Russland, die aus Vertreterinnen und Vertretern der EU-Mitgliedstaaten besteht, welche auch in nationalen Russlandaktivitäten bewandert sind. Die Arbeitsgruppe wird vom BMBF mit Unterstützung des DLR Projektträgers, Internationales Büro, geleitet. Ziel ist es, eine gemeinsame Strategie (neben der EU-Roadmap) zur FuE-Kooperation mit Russland zu erstellen.

Ansprechpartner

Maria Josten
Fachliche Ansprechpartnerin
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1415
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

BMBF

Kooperation International

Links

S&T Gate RUS.EU

Strategische Partnerschaft Deutschland-Russland in Bildung, Forschung und Innovation

Deutsch-Russisches Wissenschaftsportal

Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation

Föderale Agentur wissenschaftlicher Organisationen (FANO)

Russischer Wissenschaftsfonds (RNF)

Russischer Fonds für Grundlagenforschung (RFFI)

Russische Stiftung für die Geistes- und Sozialwissenschaften (RGNF)

Fonds für die Unterstützung kleiner innovativer Unternehmen (FASIE)

Patentamt (-dienst) (Rospatent)

Bildungs- und Forschungsaufsicht (-dienst) (Rosobrnadsor)

Botschaft der Russischen Föderation in Berlin

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau

DAAD Russland

Thailand

(Stand Dezember 2015)

In der Folge einzelner bilateraler Anbahnungsmaßnahmen und FuE-Vorhaben werden seit dem Jahr 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem thailändischen Forschungsministerium gemeinsame Förderbekanntmachungen veröffentlicht. Anträge auf Zuschüsse zur Zusammenarbeit in Bildung und Forschung können nur im Rahmen dieser Bekanntmachungen gestellt werden.

Politischer Rahmen

Mit Deutschland gibt es bislang kein formales Abkommen zur Wissenschaftlich-Technologischen Kooperation. Allerdings gibt es Ressortabkommen, die beispielsweise einzelne Bereiche der einschlägigen Kooperation wie z.B. die Aktivtäten des DAAD im Bereich der Mobilität im tertiären Bildungssektor regeln.

Die thailändische Regierung ist daran interessiert, Wissenschaft und Technik voranzutreiben und hat der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen und Industrien hohe Priorität eingeräumt.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

In der Folge einer Reihe von politischen Gesprächen zwischen dem BMBF und Vertretern des thailändischen Forschungsministeriums wurde im Jahr 2011 jedoch eine erste bilaterale Pilotbekanntmachung zur Förderung der deutsch-thailändischen Kooperation veröffentlicht. Die Pilotmaßnahme beinhaltete die Förderung von projektbasierter Mobilität. Grundlage der Förderbekanntmachung waren abgestimmte „Terms of Reference“, die für die beteiligten Partner die zentralen Aspekte der Vorbereitung und Abwicklung der Bekanntmachung festschrieben. Die Pilotmaßnahme wurde über die den Ministerien nachgeordneten Organisationen NSTDA und das Internationale Büro im DLR Projektträger abgewickelt. Als Themen der Ausschreibung wurden folgende Bereiche festgelegt:

  • Gesundheitsforschung/Infektionskrankheiten,
  • Ernährung/ Landwirtschaft,
  • Umwelt/ Erneuerbare Energien
  • Logistik/ Transportsysteme

Auf Grundlage der Erfahrungen mit der Pilotmaßnahme wurde im September 2013 die zweite Bekanntmachung zur Förderung der deutsch-thailändischen Kooperation veröffentlicht. Als Themen für die Förderung von projektbasierter Mobilität wurden festgelegt:

  • Gesundheitsforschung/ Infektionskrankheiten,
  • Ernährung/ Landwirtschaft,
  • Umwelt/ Biodiversität,
  • Logistik/ Infrastruktur
  • Demographischer Wandel.

Mit dem Programm „Konzeptions- und Vorbereitungsmaßnahmen deutscher Hochschulen zur Etablierung gemeinsamer Forschungsstrukturen mit Partnern im asiatisch-pazifischen Forschungsraum“ (APRA) fördert das BMBF seit 2009 zudem strukturelle Partnerschaften deutscher Hochschulen in Asien. Mit dem Programm konnten inzwischen mehr als 20 gemeinsame Forschungsplattformen mit Spitzeninstituten in ganz Asien aufgebaut werden; neun weitere werden derzeit entwickelt. Mit Thailand laufen in diesem Programm aktuell Kooperationen zum nachhaltigen Wasserressourcen-Management und Hochwasserschutz sowie im Bereich „Digital Engineering“.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Effizienzsteigerung bei Solarkollektoren

Im Rahmen der gemeinsamen deutsch-thailändischen Förderbekanntmachung vom September 2011 wurden Mobilitätsmaßnahmen in einem Vorhaben zur Optimierung der Effizienz von Solarkollektoren gefördert. Partner des vom September 2012 bis zum August 2014 unterstützten Projekts waren das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme und das Institut für Energieforschung der Chulalongkorn Universität.

Ansprechpartner

Dr. Andreas Suthhof
Fachlicher Ansprechpartner
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1414
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

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Ministry of Science and Technology (MOST)

Ministry of Education (MOE)

National Science and Technology Development Agency (NSTDA)

APRA-Vorhaben: Gemeinsame Forschungsstruktur zur Entwicklung eines nachhaltigen Wasserressourcen-Managements in der Isan-Region

APRA-Vorhaben: Southeast Asia Research Network: Digital Engineering

DAAD Thailand

Thailand Institute of Scientific and Technological Research

Thailand Research Fund

National Innovation Agency

Königlich Thailändische Botschaft in Berlin

Deutsche Botschaft in Bangkok

Goethe Institut in Thailand

German-Southeast Asian Center of Excellence for Public Policy and Good Governance (CPG)

Türkei

(Stand Dezember 2015)

Die deutsch-türkische Zusammenarbeit in Bildung und Forschung hat eine lange Tradition, die bis in die Zeit des Osmanischen Reiches und vor die Gründung der Türkischen Republik im Jahre 1923 zurückreicht. Mit der Einbindung der Türkei in den europäischen Integrationsprozess haben die deutsch-türkischen Beziehungen an Bedeutung gewonnen. Die deutsche Wissenschaft genießt in der Türkei ein hohes Ansehen. Seit 1951 wird der wissenschaftliche Austausch mit der Türkei gefördert.

Ein robustes Wirtschaftswachstum und zunehmende Investitionen in das Wissenschaftssystem machen die Türkei zu einem interessanten Partner für Deutschland und Europa. Mehr als 5.500 deutsche Unternehmen haben bereits Niederlassungen in der Türkei gegründet und größere Investitionen getätigt. Viele dieser Unternehmen nutzen dabei die attraktiven Investitionsfördermaßnahmen und Standortvorteile in der Türkei. Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner der Türkei. Dabei sind die deutsch-türkischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen keine Einbahnstraße, da rund 75.000 türkische und türkischstämmige Unternehmer mit mehr als 375.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 35 Milliarden Euro einen erheblichen Beitrag zur deutschen Wirtschaftskraft leisten. Deutschland und die Türkei haben eine besondere Beziehung durch die circa 3 Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund und der Integrationspolitik der Europäischen Union. Etwa 30 Prozent der in Deutschland zwischen 2002 und 2012 eingebürgerten Personen stammten aus der Türkei.

Die türkische Regierung setzt seit längerem auf einen dynamischen Ausbau der Hochschul- und Forschungslandschaft des Landes und hat ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2013 sollten weitere Universitäten gegründet und das wissenschaftliche Personal auf 150.000 Beschäftigte aufgestockt und die nationalen Forschungsausgaben auf 2 Prozent des BIP gesteigert werden. Der Erfolg dieser Initiative spiegelt sich im Anstieg internationaler Publikationen und Patente wieder.

Politischer Rahmen

Um die deutsch-türkische, wissenschaftliche Kooperation deutlich auszubauen wurde am 23. Januar 2014 das deutsch-türkische Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014 durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung und ihren türkischen Amtskollegen vom Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung in Berlin feierlich eröffnet. An diesem Tag wurden ebenso die formelle Vereinbarung von 1984 zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) erneuert sowie eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) und dem türkischen Hochschulrat (YÖK) unterschrieben. Den rechtlichen Rahmen für die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und der Türkei bildete eine Einzelvereinbarung zwischen TÜBITAK und dem Projektträger im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom 10.01.1997. Deutsch-türkische Bildungs- und Forschungsaktivitäten werden weiterhin durch die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und Stiftungen wie die Mercator Stiftung und die Herz Stiftung gefördert. Deutschland ist das zweitwichtigste Partnerland für Forschungs- und Bildungsaktivitäten, hinter den USA.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die Kooperationsarbeit orientiert sich an den gemeinsam vereinbarten Schwerpunkten des Wissenschaftsjahrs 2014:

  • Schlüsseltechnologien (zum Beispiel IKT, Produktionstechnologien, Nanotechnologie, Chemische und Physikalische Technologien, Mobilität, Transport, Logistik)
  • Globaler Wandel (z.B. Gesundheitsforschung inkl. Biotechnologie, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Nahrung und Landwirtschaft, Umwelttechnologien, Klimawandel, Klimaschutz, Wasser)
  • Geistes- und Sozialwissenschaften für gesellschaftliche Herausforderungen (zum Beispiel Demografie, Brain Circulation, Diversität, Migration).

Besondere Beachtung sollte der Schnittstelle von Forschung zu Industrie und Wirtschaft, der auf die Bedarfe des Arbeitsmarktes ausgerichteten Aus- und Weiterbildung von Fach- und Nachwuchskräften in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung und schließlich der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft geschenkt werden.

Zur Initiation und Intensivierung von wissenschaftlichen Kooperationen mit der Türkei wurden gemeinsam mit TÜBITAK bisher folgende gemeinsame Förderinstrumente entwickelt

  • Mobilitätsprogramm (aktuelle Bekanntmachung), seit 2004 mit über 100 Projekten
  • „IntenC“, (letzte Bekanntmachung) 51 Projekte seit 2007 mit einer Gesamtförderung von deutscher Seite von circa 6 Millionen Euro
  • „2+2“, (letzte Bekanntmachung) 4 Projekte seit 2009 mit einem Fördersumme von deutscher Seite von insgesamt circa 1,8 Millionen Euro

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Deutsch-türkisches Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014

Unter dem Motto „Science Bridging Nations“ setzen sich Deutschland und die Türkei dafür ein, auf Bedeutung und Erfolge der Zusammenarbeit aufmerksam zu machen und die Kooperation in Forschung, Bildung und Innovation mit zukunftsweisenden Projekten weiter auszubauen.

Türkisch-Deutsche Universität (TDU) in Istanbul

Am 29. April 2014 wurde die Türkisch-Deutsche Universität von Bundespräsident Joachim Gauck, dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und in Anwesenheit von Bundesministerin Johanna Wanka feierlich eröffnet nachdem zum Wintersemester 2013/14 etwa 120 Studierende in 3 Bachelor und 3 Masterprogrammen ihr Studium begonnen hatten. Deutsche Gründungspräsidentin ist Rita Süssmuth. Vorausgegangen waren die Unterzeichnung der "Vereinbarung über die Gründung einer Deutsch-Türkischen Universität in der Türkei" durch die beiden Außenminister im Jahr 2008 in Berlin und die Grundsteinlegung durch den deutschen und den türkischen Präsidenten im Oktober 2010 in Istanbul. Es wurden die Fakultäten Rechts- und Naturwissenschaften, Wirtschafts-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften gegründet. Das BMBF und der DAAD sind bei der Umsetzung des Projektes maßgeblich beteiligt.

German-Turkish Advanced ICT Research Center (GT-ARC)

Die deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung unterzeichnete gemeinsam mit ihrem türkischen Kollegen, dem Minister für Verkehr und Telekommunikation, im Oktober 2010 eine Vereinbarung über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Das Forschungszentrum mit Standorten in Istanbul und Berlin wird von der deutschen und türkischen Wirtschaft aktiv unterstützt.

Deutsch-Türkisches Masterprogramm in Sozialwissenschaften (GeT MA)

Das deutsch-türkische Master-Programm im Bereich der Sozialwissenschaften, ist ein interdisziplinäres, zweijähriges Master-Programm, zwischen der Humboldt Universität Berlin und der Middle East Technical University (METU) in Ankara. Das an beiden Universitäten durchgeführte Studium wird mit einem Doppeldiplom beider Universitäten abgeschlossen. GeT MA hat das Ziel, den Studierenden akademische und analytische Fähigkeiten in aktuellen Fragen der Sozialwissenschaften zu vermitteln. Thematisch fokussiert sich der Masterstudiengang auf gesellschaftliche und politische Transformationsprozesse, wie Modernisierung, Demokratisierung, Migration, Vertiefung und Erweiterung der Europäischen Union sowie Globalisierung. Inhalte werden aus einer vergleichenden Perspektive anhand der Länderbeispiele Deutschland und der Türkei erarbeitet. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbringen ihr erstes Studienjahr gemeinsam an der METU in Ankara und wechseln anschließend an die Humboldt-Universität zu Berlin. Unterrichtssprache ist Englisch.

Helmholtz-TÜBITAK Promotionsprogramm Anadolu-Lehrerenstsendeprogramm  

Im Jahr 1986 wurde das sogenannte Anadolu-Programm gegründet. Ziel war es zunächst, den vielen türkischen Rückkehrerkindern den Einstieg in das türkische Schulsystem zu erleichtern. Zum Anadolu-Programm gehörten deshalb landesweit Schulen nicht nur mit Deutsch als erster Fremdsprache, sondern mit deutschsprachigem Fachunterricht. Der Anteil der Rückkehrerkinder an diesen Schulen ist von früher von 40 bis 50% auf jetzt etwa 4% zurückgegangen. Daher hat sich das Programm auch inhaltlich verändert. Derzeit sind 27 entsandte deutsche Lehrer an 13  staatlichen Anadolu-Gymnasien in Ankara, Istanbul, Izmir, Antalya und Adana tätig. Sie unterrichten Deutsch als erste Fremdsprache. Das aktuelle Hauptziel des Anadolu-Programms ist die Vorbereitung der türkischen Schülerinnen und Schüler  auf das Deutsche Sprachdiplom der Stufen  B1 und C1  der Kultusministerkonferenz (orientiert am Europäischen Referenzrahmen). Jedes Jahr erwerben zwischen 300 und  400 Schülerinnen und Schüler eines der Sprachdiplome. Das Deutsche Sprachdiplom der Stufe C1 berechtigt in Verbindung mit der bestandenen türkischen Hochschulaufnahmeprüfung zum Studium in Deutschland.

Ansprechpartner

Dr. Oliver Dilly
Fachlicher Ansprechpartner
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1470
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

Kooperation International

BMBF

Links

Dokumente zu Türkei - Kooperation international

Türkische Akademie der Wissenschaften (TÜBA)

Türkischer Hochschulrat (YÖK)

Wissenschaftlicher und Technologischer Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK)

DAAD Türkei

Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer

Türkische Botschaft in Berlin

Deutsche Botschaft in Ankara

Ministry of National Education Turkey

Ukraine

(Stand Dezember 2015)

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine in Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie im Bildungsbereich besitzt eine langjährige Tradition. Die Kooperation gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die jüngsten politischen Entwicklungen und durch die herausgehobene Rolle der Ukraine im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.

Politischer Rahmen

Zentrale Grundlage der Zusammenarbeit ist die 1993 unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland und des Staatskomitees für Wissenschaft und Technologie der Ukraine über wissenschaftlich-technische Beziehungen". Partner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine. Die 10. Tagung der gemeinsamen deutsch-ukrainischen WTZ-Arbeitsgruppe fand im Juni 2014 in Kiew statt.
Zusätzlich finden Kooperationen zwischen deutschen und ukrainischen Einrichtungen im Rahmen der Östlichen Partnerschaft innerhalb der Nachbarschaftspolitik der EU und im internationalen Kontext statt. Dabei basiert die Zusammenarbeit zwischen der EU und der Ukraine in Wissenschaft und Technologie auf einem entsprechenden Abkommen vom Juli 2002, das im Juli 2015 erneuert wurde. Insbesondere die Bereitschaft der Ukraine, sich intensiver am Europäischen Forschungsraum (ERA) auszurichten, beispielsweise durch die Assoziierung an das EU-Programm Horizont 2020, eröffnet auch für Deutschland neue Perspektiven in der Intensivierung der Forschungskooperationen mit diesem Zielland.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkte in der bilateralen Kooperation liegen in den Bereichen

  • Biotechnologie,
  • Nanotechnologie, neue Materialien und Produktionstechnologie,
  • Gesundheitsforschung und Medizintechnik,
  • Technologien für die effektive Nutzung der Ressourcen und Energie, nachhaltige Umwelttechnologie.

Kooperationspartner auf deutscher Seite sind überwiegend Hochschulen und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft; ukrainische Partner sind vor allem die Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und die Hochschulen.
Zur Unterstützung der Zusammenarbeit mit der Ukraine im Auftrag des BMBF ist ein Ansprechpartner für Forschungskooperationen in Kiew tätig, der vom DLR Projektträger, Internationales Büro betreut wird. Er sammelt und bewertet Informationen zu Wissenschafts- und Innovationspotenzialen und zu aktuellen Entwicklungen in der Ukraine, pflegt kooperationsbezogene Kontakte mit deutschen und ukrainischen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in Behörden und Forschungseinrichtungen vor Ort, berät deutsche Akteure und wirkt bei der Realisierung bilateraler Aktivitäten in der Ukraine mit.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Im Rahmen des Aktionsplans Ukraine der Bundesregierung initiiert und betreut das BMBF zusammen mit deutschen Wissenschafts- und Mittlerorganisationen bedarfsorientierte Maßnahmen in diversen Zielfeldern in der Ukraine, zum Beispiel zur Internationalisierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen und zur Erhöhung der Forschungsleistung der Universitäten sowie zur Umstrukturierung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine. In diesem Zusammenhang fanden kürzlich die folgenden bilateralen Veranstaltungen statt:

  • Forum zu aktuellen Herausforderungen in Bildung, Wissenschaft und Innovation an Hochschulen mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine und der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew als Hauptveranstaltern auf ukrainischer Seite (März 2015, Kiew)
  • Workshop zu Evaluationsmethoden mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (März 2015, Kiew)
  • Konferenz zu deutsch-ukrainischen Erfahrungen bei der Europäisierung der ukrainischen juristischen Ausbildung an der Juristischen Fakultät der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew (November 2014, Kiew)

Die genannten Veranstaltungen wurden vom BMBF mitausgerichtet bzw. finanziell unterstützt und vom DLR Projektträger, Internationales Büro inhaltlich und organisatorisch begleitet. Folgeaktivitäten befinden sich in der Planung.

Außerdem werden mehrere vom BMBF mitfinanzierte Vorhaben der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie unterstützt. Sie basieren auf mit der ukrainischen Seite abgestimmten Bekanntmachungen und werden vom DLR Projektträger, Internationales Büro fachlich und administrativ betreut.

  • In einem solchen Vorhaben aus dem Bereich der regenerativen Medizin wird beispielsweise das komplementäre Wissen deutscher und ukrainischer Biologen, Stammzellforscher und Mediziner zur Verbesserung von Prozessschritten genutzt, durch die die Kosten für die Lagerung von Stammzellen gesenkt werden.
  • Ein weiteres deutsch-ukrainisches Kooperationsprojekt leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer neuen Klasse von Krebsmedikamenten für die Entwicklung neuer Krebstherapiestrategien.

Kooperationen im Rahmen der EU / Multilaterale Zusammenarbeit

Die vom BMBF gestaltete bilaterale Kooperation mit der Ukraine wird im europäischen Kontext durch vier EU-Projekte ergänzt, an denen der DLR Projektträger, Internationales Büro, 2015 teilnimmt bzw. teilnahm:

  • BILAT-UKR*AINA (2012-2015) unterstützte den Politikdialog zwischen der EU und der Ukraine und zielte auf eine verstärkte ukrainische Teilnahme an den EU-Forschungsprogrammen (7. Rahmenprogramm und Horizont 2020) ab;
  • IncoNet EaP (2013-2016) dient der Etablierung eines Politikdialogs zu Forschung und Entwicklung zwischen den Ländern der EU und den Ländern der Östlichen Partnerschaft sowie der Einbindung der Region in den europäischen Forschungsraum;
  • NoGAP (2013-2016) zielt ab auf eine verstärkte EU-Kooperation mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft – neben der Ukraine sind auch Georgien und Weißrussland beteiligt – zum Aufbau eines „Gemeinsamen Raums für Wissen und Innovation“, um der sozialen Herausforderung sicherer, sauberer und effizienter Energie zu begegnen.
  • Danube-INCO.NET (2014-2016) unterstützt die EU-Strategie für die Donauregion in den Schwerpunkten "Wissensgesellschaft" und "Wettbewerbsfähigkeit" durch Politikdialog, Netzwerke und Analysen;
  • BLACK SEA HORIZON (2015-2018) unterstützt die Beziehungen zwischen der EU und der Schwarzmeer-Region durch vielfältige Maßnahmen im Bereich von Wissenschaft, Technologie und Innovation.

Ansprechpartner

Dr. Erich Rathske
Fachlicher Ansprechpartner
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1464
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

Kooperation International

BMBF

Links

Dokumente zu Ukraine - Kooperation international

Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine

Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine

Wissenschafts- und Technologiezentrum in der Ukraine (UWTZ)

EU-Projekt BILAT-UKR*AINA

Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der Ukraine

DAAD Ukraine

Vietnam

(Stand Dezember 2015)

Vietnam hat in den letzten Jahren seine Rolle als einer der dynamischsten Partner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der Region mit Kooperationsschwerpunkten in den Bereichen Wasser- und Umwelttechnologien, Landmanagement, Bioökonomie und Forschungsmanagement bestätigt.

Politischer Rahmen

Grundlage der bilateralen Kooperation zwischen Vietnam und Deutschland ist ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit, das anlässlich des Staatsbesuchs des vietnamesischen Präsidenten Truong Tan Sang am 25. November 2015 in Berlin unterzeichnet wurde.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen der WTZ wurde im September 2006 eine Interministerielle Arbeitsgruppe zwischen dem Ministry of Science & Technology (MoST) und dem BMBF eingerichtet, die seitdem in regelmäßigen Abständen tagt. Im Protokoll der ersten gemeinsamen Sitzung zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit wurde vereinbart, die erfolgreiche Zusammenarbeit in den Bereichen

  • Wasser-/Umweltforschung und –technologie,
  • Biotechnologie und
  • Forschungsmanagement

fortzusetzen und zu vertiefen.

Schwerpunkte der Kooperation

In den Biotechnologien fokussiert sich derzeit die Zusammenarbeit auf die Bereiche Bioökonomie und nachhaltiges Landmanagement. Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen durchgeführt.

Wasser- und Umwelttechnologien

Für den Bereich Wasser- und Umwelttechnologien wurde bei der 1. Sitzung der Interministeriellen Arbeitsgruppe BMBF-MoST am 28.09.2006 eine strategische Partnerschaft „Wasser“ vereinbart und die Einrichtung eines vietnamesisch-deutschen „Projektbüro Wasser- und Umwelttechnologie“ beschlossen, das im Oktober 2007 in Hanoi eröffnet wurde.
Mit dem Willen, die Kooperation in der Wasser- und Umweltforschung im strategischen Interesse beider Länder verstärkt auf die stetig steigenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auszurichten und unter Berücksichtigung des Klimawandels zu nachhaltigen Lösungen im Umgang mit natürlichen Ressourcen zu gelangen, wurde das gemeinsame Büro mit der Vereinbarung vom März 2013 in „Vietnamesisch-deutsches Büro für Wasser und Nachhaltigkeit“ umbenannt und neu strukturiert.
Die Kernaufgaben des gemeinsamen Büros von BMBF und MoST sind die logistische und organisatorische Unterstützung bei Delegations- oder Dienstreisen, fachwissenschaftliche projektübergeordnete Zuarbeit, Verbreitung von Ergebnissen einschließlich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation mit Institutionen und Akteuren.
Im Bereich „Wasser- und Umwelttechnologie“ laufen in 2015 insgesamt acht Verbundprojekte, davon fünf in der Fördermaßnahme CLIENT (Internationale Partnerschaften für nachhaltige Klimaschutz- und Umwelttechnologien und –dienstleistungen)

Bioökonomie

Vietnam ist eines der acht Fokusländer in der BMBF-Bekanntmachung „Bioökonomie International“, die seit 2013 ausgeschrieben wird. Mittlerweile wurde eine bilaterale Förderlinie mit Ko-Finanzierung durch das MoST vereinbart. Erste gemeinsame Vorhaben aus dieser Bekanntmachung gehen in der zweiten Jahreshälfte 2015 an den Start.

Nachhaltiges Landmanagement

Derzeit laufen zwei Verbundvorhaben im Förderprogramm „Nachhaltiges Landmanagement, Modul A“ mit Vietnam:
„LUCCi“ (Land Use and Climate Change Interactions), koordiniert durch die Fachhochschule Köln, hat zum Ziel die Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel im Vu Gia Thu Bon River Einzugsgebiet zu analysieren, um daraus Rückschlüsse auf eine nachhaltige Landnutzung zu ziehen. Hierbei spielen zum einen die Auswirkungen der Landnutzungsänderungen auf Treibhausgasemissionen und zum anderen die Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosystemdienstleistungen eine entscheidende Rolle. Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit vietnamesischen Projektpartnern und unterstützen die ökologische und sozioökonomische Nachhaltigkeit in der Region und tragen zur Ernährungssicherung bei (Laufzeit: 07/2010-06/2015).
Bei „LEGATO“ (Land-use intensity and Ecological EnGineering – Assessment Tools for risks and Opportunities in irrigated rice based production systems), koordiniert durch das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle, steht die Interaktion zwischen Landmanagement und Ökosystemdienstleistungen in Südostasien (Vietnam und Philippinen) im Fokus. Untersucht werden die Wechselwirkungen von bewässerten Reiskulturen mit der umgebenden Landschaft und der Gesellschaft in Bezug auf Ökosystemdienstleistungen und die ihnen zugrundeliegenden Ökosystemfunktionen. Ein zentrales Ergebnis wird die Entwicklung von Richtlinien für die Optimierung von Ökosystemdienstleistungen bzw. deren Stabilisierung unter den Bedingungen des Klimawandels und Landnutzungsänderungen sein. Als zentrale Stellschraube fungiert hierbei das „Landmanagement“ (Laufzeit: 03/2011-02/2016).

Forschungsmanagement

Von besonderer politischer Bedeutung ist die Kooperation im Forschungsmanagement, bei der die vietnamesische Forschungs- und Innovationslandschaft an internationale Standards herangeführt werden soll. Teil dieser Bemühungen ist die Einrichtung des "Vietnam Science and Technology Evaluation Center“ (VISTEC), das 2006 gegründet wurde. VISTEC gehört zum Geschäftsbereich des MoST und hat die Aufgabe, Stellungnahmen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu erarbeiten. In einem Projekt des VISTEC mit dem Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik und dem Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (IFQ) wurden von 2011-2013 gemeinsam die Grundlagen für die Evaluation der vietnamesischen Forschungsinstitutionen entwickelt und der Aufbau von Wissen und Kapazitäten in fortgeschrittenen Evaluationstechniken weiter vertieft.

Aufbau von Forschungspräsenzen

Im Rahmen der BMBF-Bekanntmachung „Aufbau von Forschungspräsenzen in Südostasien“ wird die Einrichtung eines Forschungsnetzwerks zu „Melioidosis und Burkholderia pseudomallei“ gefördert. Das Bodenbakterium B. pseudomallei ist der Erreger der Meliodosis, einer Infektionskrankheit der Tropen und Subtropen, deren weltweite Bedeutung zunehmend erkannt wird, die aber bislang kaum erforscht worden ist. Auf deutscher Seite wird das Vorhaben vom Friedrich-Löffler Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Greifswald koordiniert. Partner in Vietnam sind u.a. das Bach Mai Hospital und das Institute of Micobiology and Biotechnology der Vietnam National University, beide in Hanoi (Laufzeit: 10/2013-09/2017).

Vietnamese-German University (VGU)

Eine umfassende Neuorientierung des vietnamesischen Hochschulwesens soll mit internationaler Unterstützung stattfinden. Die Vietnamese-German University (VGU) in Ho Chi Minh Stadt ist die erste staatliche Hochschule mit ausländischer Beteiligung. Ziel der vietnamesischen Regierung ist es, eine forschungsbasierte Modellhochschule (New Model University) aufzubauen, deren Vorbild auf das gesamte System übertragen werden kann. Die VGU (eine Initiative Hessens) wurde am 10. September 2008 eröffnet.
Der am 17. Februar 2009 gegründete Konsortialverein VGU e.V. stellt mit seinen 37 Mitgliedshochschulen und –institutionen (darunter auch der TU9-Verbund) das akademische Rückgrat der VGU dar. Ständige Gäste im Vorstand sind DAAD, BMBF und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).
Die englischsprachigen Lehrveranstaltungen finden bis zum Campusneubau in einem Übergangsgebäude auf dem Campus der Eastern International University in Binh Duong statt. Der VGU eigene Campus wird unweit des jetzigen Übergangscampus in der Region Binh Duong bis voraussichtlich 2017 fertiggestellt. Finanziert wird der Bau aus Mitteln der Weltbank in Höhe von 180 Mio. US-Dollar.
Zurzeit werden zehn Studienprogramme (ein MBA, sechs Master- und drei Bachelorprogramme mit Foundation Year) in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften angeboten.
Zum Wintersemester 2014/15 waren 1000 Studierende an der VGU eingeschrieben. Die Kapazität soll in drei Stufen bis 2030 auf 12.000 Studierende ausgebaut werden.

Ansprechpartner

Dr. Ludwig Kammesheidt
Fachlicher Ansprechpartner
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
+49 228 3821-1729
E-Mail:

Quellen

Internationales Büro des BMBF

Kooperation International

Links

Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST)

Vietnamesische Akademie für Wissenschaft und Technologie (VAST)

Deutsch-Vietnamesische Gesellschaft e.V.

Arbeitskreis Südostasien

German Business Association Vietnam

Hochschulpartnerschaften mit Vietnam

Delegation of the European Union to Vietnam

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Vietnam

DAAD Vietnam

Goethe Institut Hanoi

Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam in Berlin

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Hanoi

zuletzt verändert: 01.03.2016