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Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Bestands- und Erwerbungsprofil

Die BBF verfügt über umfangreiche Bibliotheks- und Archivbestände zur Bildungsgeschichte. Sie werden auf der Grundlage von Erwerbungs- und Sammlungsprofile systematisch ergänzt.

Bestands- und Erwerbungsprofil der Bibliothek

Die Bibliothek stellt für die nationale und internationale historische Bildungsforschung die notwendigen Quellen und Informationsmittel zur Verfügung. Ausgehend von einem interdisziplinären, theoretisch und methodologisch breiten Begriff von Bildungsgeschichte und bildungshistorischer Forschung erweitert sie kontinuierlich ihren Bestand an nationalen und internationalen Veröffentlichungen zur Geschichte der Erziehung, Bildung und Sozialisation.

Zielgruppen der Bibliothek

  • In erster Linie nationale und internationale Forscherinnen und Forscher, die auf dem Gebiet der historischen Bildungsforschung (mit Schwerpunkt deutschsprachiger Raum) tätig sind
  • In zweiter Linie Studierende der Erziehungswissenschaft (auch Lehramt) und weiterer Fächer
  • Daneben allgemein an Bildungsgeschichte Interessierte

Inhaltliches Profil: Aktuelle Forschungsliteratur

Den Schwerpunkt des Erwerbungsprofils aktueller Literatur bilden Publikationen zur Geschichte von Bildung, Erziehung und Sozialisation. Dazu gehören u. a.:

  • Pädagogischer Diskurs und Theorie
  • Geschichte der Erziehung und des Aufwachsens in der Familie sowie der Sozialisation
  • Geschichte der institutionellen Bildung (einschließlich Lehrerbildung und Geschichte einzelner Unterrichtsfächer)
  • Geschichte einzelner pädagogischer Bereiche (Berufsbildung, Erwachsenenbildung, Hochschulbildung u.ä.)

Dabei werden Werke mit allgemeinerer Thematik im Rahmen dieses Erwerbungsprofils umfassend gesammelt. Bei Veröffentlichungen zur Geschichte einzelner Institutionen wird differenziert: Die Geschichte allgemeinbildender Schulen wird in breiter Auswahl gesammelt, die anderer Erziehungs- und Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Heime, berufsbildende Schulen, Hochschulen, Erwachsenenbildungseinrichtungen etc.) in repräsentativer Auswahl.

Ergänzend werden theoretisch und methodologisch bedeutende Publikationen, auch aus angrenzenden Wissenschaften, erworben.

Die Auswahlkriterien gelten auch für die Erschließung unselbstständiger Literatur aus dem BBF-Bestand.

Inhaltliches Profil: Quellenbestand

Aufgrund ihrer Geschichte verfügt die BBF über die wohl umfassendste Sammlung älterer pädagogischer Literatur in Deutschland. Rückwärtige Ergänzungen dieses vorhandenen Quellenbestands, insbesondere der Sammlungen der Deutschen Lehrerbücherei, und Schließung von Sammlungslücken bilden daher die zweite Säule des Erwerbungsprofils der BBF. Dabei werden die bei der aktuellen Forschungsliteratur unter dem Aspekt geschichtlicher Untersuchungen gesammelten Themengebiete durch seinerzeit aktuelle, inzwischen aber zu historischen Quellen gewordene Publikationen dieser Bereiche ergänzt.

Inhaltliches Profil: Informationsbestände

Für die Präsenzbenutzung im Lesesaal stellt die Bibliothek allgemeine Literatur, vor allem Nachschlagewerke, in strenger Auswahl bereit, wobei Online-Informationsmittel, soweit verfügbar, bevorzugt werden.

Länder/Sprachen

Neben der deutschsprachigen Literatur, die den eindeutigen Schwerpunkt bildet, spielen vor allem Publikationen auf Englisch eine wichtige Rolle, daneben, allerdings nur eingeschränkt, in den romanischen Sprachen sowie in exemplarischer Auswahl in weiteren Sprachen – bei Bezug auf die deutsche Bildungsgeschichte. Internationale Forschungsdiskurse sollen in der BBF dokumentiert werden, vor allem in Hinsicht auf methodisch oder thematisch weiterführende Arbeiten und solche, die in der Forschung aktuell diskutiert werden.

Publikationsform

Grundsätzlich werden im Printbereich alle inhaltlich einschlägigen Publikationen gesammelt, unabhängig von ihrer Erscheinungsweise. Also, soweit verfügbar, auch Hochschulschriften und „graue“ Literatur. Dabei wird jedoch ein Mindestmaß an inhaltlicher Qualitätskontrolle vorausgesetzt. Im Eigenverlag erschienene oder vergleichbare Publikationen werden daher nur in Ausnahmefällen gesammelt. Ähnliches gilt für veröffentlichte Bachelor-Arbeiten.

Elektronische Publikationen stehen gleichberechtigt neben gedruckten Werken. Publikationstypen, die von den Recherchemöglichkeiten digitaler Angebote besonders profitieren oder die schnell veralten (etwa bibliographische und biographische Zusammenstellungen, fachliche Nachschlagewerke), werden nur noch in Ausnahmefällen in gedruckter Form angeschafft.

Aussonderung

Grundsätzlich versteht sich die BBF als Archivbibliothek, die ihre physischen Bestände und selbst erzeugten digitalen Ressourcen auf Dauer bewahren will. Ausnahmen gibt es im Bereich der Informationsbestände.

 Bestands- und Erwerbungsprofil des Archivs

Das Archiv der BBF  ist ein sammelndes Spezialarchiv mit dem Schwerpunkt „Bildungsgeschichte und Bildungsforschung“. Es verwahrt überwiegend nichtamtliches Archivgut mit einem Gesamtumfang von 1.800 laufenden Metern.

Bestandsprofil

Das Archiv der BBF verwahrt gegenwärtig  98 Nachlässe von Personen, die im Erziehungswesen, in der Bildungsverwaltung und -politik oder als Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler in Hochschulen und Universitäten tätig waren, sowie 50 neuzeitliche Aktennachlässe von Körperschaften und Vereinigungen und 40 bildungshistorisch relevante Sammlungen.

Der sehr heterogene Archivbestand ist historisch gewachsen und spiegelt die Veränderungsprozesse im Laufe der Geschichte der BBF wider, darunter die mehrfachen Wechsel der Trägereinrichtungen.

Die Archivtektonik, d.h. die Archivstruktur, korrespondiert mit der historischen Entwicklung und unterteilt sich wie folgt:

A. Historischer Bestand der Deutschen Lehrerbücherei von 1876 bis 1950

B. Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR für den Zeitraum von 1949 bis 1990

C. Bestandszuwachs seit 1992

D. Institutsarchiv des DIPF ab 1951

Die älteste Urkunde datiert aus dem 16. Jahrhundert, das jüngste Dokument stammt aus dem Jahr 2010. Der zeitliche Schwerpunkt der Überlieferung liegt in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert.

Sammlungsprofil

Mit seinem weit gefächerten Sammlungsprofil wird dem historischen Auftrag entsprochen, dem sich bereits 1876 seine Vorgängereinrichtung, die Deutsche Lehrerbücherei, verpflichtet hat. Das Archiv der BBF verwahrt vornehmlich Schriftgut und Bildmaterial privater Herkunft wie Nachlässe von Pädagoginnen und Pädagogen, institutionelles Schriftgut von Vereinen und Verbänden, die keine eigenen Archive unterhalten, sowie bildungsgeschichtlich relevante Sammlungen. Auf eine zeitliche Einschränkung der Sammeltätigkeit wird bewusst verzichtet. Mit der Sicherung und der Bereitstellung von unikalem Quellenmaterial trägt das Archiv der BBF wesentlich zur Dokumentation der Geschichte der Erziehung und der Bildungspraxis bei.

Auf der Grundlage des Sammlungsauftrages wird aktiv Archivgut nichtstaatlicher Provenienz von überregionaler Bedeutung eingeworben und so die in den staatlichen und kommunalen Archiven bereits vorhandene Überlieferung ergänzt.

Abgrenzung des Sammlungsprofils

Zur Wahrung des Sammlungsauftrages muss auf eine hohe Qualität der Übernahmen hinsichtlich ihrer Bedeutung für zukünftige historische Fragestellungen geachtet werden. Bis auf wenige Ausnahmen verwahrt das Archiv ausschließlich Originaldokumente. Kopien- und Materialsammlungen, die von Forschenden und Lehrenden der Erziehungswissenschaft oder benachbarter Disziplinen zusammengestellt wurden, können nicht übernommen werden.

Archivgut, das nicht in das Sammlungsprofil des Archivs der BBF passt oder von dem bekannt ist, dass es bereits Teilsammlungen in anderen Archiven oder verwandten Einrichtungen der Erinnerungskultur gibt, wird den entsprechenden Stellen zur Übernahme angeboten.

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